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ABS Ausbildungsorientierte Beratung und Begleitung in Schulen

Innenseite des Flyers:

Fotos vom Assessment Center der 8. Klassen im Schuljahr 2003/2004

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Kooperationspartner sind die Remigiushauptschule in Borken und die Overberghauptschule in Reken. Weitere Partner in der Region sind die Stadt Borken, die Gemeinde Reken, der Kreis Borken und die Aktion Mensch. Durchgeführt wir das Projekt an den kooperierenden Schulen und beim

Deutschen Roten Kreuz
Soziale Arbeit und Bildung im Kreis Borken gGmbH
Am Kuhm 36
46325 Borken

Das Projekt wird mit der Hilfe von zwei Diplom Pädagoginnen in den Schulen durchgeführt. Frau Monika Stenpaß arbeitet in der Overbergschule (Tel.: 02861 8029 609) und Frau Ute Lauer in der Remigiusschule (Tel.: 02861 8029 613). Für die Projektleitung sind Frau Marlis Spieker – Kuhmann und Herr Rüdiger Szymkowiak (Tel.: 02861 8029 601) zuständig. Flankierend erledigt Frau Edeltraud Niewerth die anfallenden Verwaltungsaufgaben (Tel.: 02861 8029 200).
Das Ziel

Ziel unseres Projektes ist es, durch neue Formen der Beratung und Betreuung bereits während der Schulzeit, benachteiligte Jugendliche so frühzeitig zu erreichen und zu fördern, dass jeder Jugendliche mit einer wirklichen Perspektive die Schule verlässt. Diese Perspektive ist im optimalen Falle natürlich der direkte Einstieg in das duale Ausbildungssystem. Soweit dieses jedoch nicht möglich ist, werden wir eine passgenaue Hilfestellung ermitteln und installieren.

Grundsätzlich gilt in unserer Arbeit das Prinzip „Aktiv statt passiv“. Die Entwicklung einer beruflichen Perspektive lässt sich nur unter aktiver Mitarbeit jedes einzelnen Jugendlichen verwirklichen, so dass die Motivation zur Mitarbeit einer der Hauptaufgaben unserer Mitarbeiter/innen darstellt.
Um die Jugendlichen frühzeitig zu erreichen und somit beispielsweise auch Schulverweigerung besser entgegenwirken zu können, wird mit den Schülern bereits ab dem 8. Schuljahr zusammen gearbeitet.

Bei beiden Schulen handelt es sich um Ganztagsschulen, hierdurch bietet sich die Möglichkeit
außerhalb des regulären Unterrichtsangebotes (Pflichtaufgaben der Schule) ergänzende Angebote im Bereich der Ausbildungsorientierung außerhalb der regulären Unterrichtszeit anzubieten.

Schwerpunkt der Arbeit im achten Schuljahr:

Um einen ersten Zugang zu allen Schülerinnen und Schülern zu bekommen, gehen die Projektmitarbeiter/innen direkt in die Schulklassen und stellen sich und ihre Arbeit vor. Im Laufe der drei Schuljahre werden verschiedene ausbildungsbezogene Qualifizierungseinheiten schuljahrspezifisch durchgeführt. Schwerpunkt im achten Schuljahr ist hier eine detaillierte Berufskunde, um den Schülern einen Einblick auch über weniger populäre Berufe zu vermitteln. Diese Berufskunde schließt auch Betriebsbesichtigungen und Betriebserkundungen ein. Im Bereich der Kompetenzentwicklung liegt der Schwerpunkt der Arbeit im achten Schuljahr im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, also noch nicht im berufsspezifischen Bereich.
Hier bieten sich Rollenspiele und andere aktionsorientierte Methoden an.
Diese können dabei helfen, durch eigenes Handeln sich selbst und andere besser kennen zu lernen und darüber hinaus neue Sichtweisen und Problemlösungen auszuprobieren. Durch das unmittelbare Erleben in der aktuellen Situation können z.B. Gefühle, Wünsche, Erwartungen, Befürchtungen usw. benannt und damit zugänglich gemacht werden. Es geht hierbei um das Bewusst machen und Bewusstwerden von Verhaltensweisen und Gefühlen als Voraussetzung für Veränderung und persönliche Entwicklung.

Schwerpunkt der Arbeit mit den SchülerInnen der neunten Klasse :

Entscheidungen im Übergang Schule – Beruf bilden einen Wegweiser für das gesamte spätere Leben. Fehlentscheidungen in dieser Phase sind nur noch sehr schwer zu korrigieren. Daher kommt es gerade in der Arbeit mit benachteiligten SchülerInnen zu diesem Zeitpunkt darauf an, eine fundierte berufliche Orientierung mit einer professionellen und zielgruppenspezifischen Förderdiagnostik zu verbinden.

Hier bedienen wir uns des Instrumentes Assessment.

Dieses Verfahren wurde von uns in den vergangenen Jahren auf Grundlage von „MELBA“ entwickelt und auf die Zielgruppe der schwervermittelbaren Jugendlichen und jungen Erwachsenen spezialisiert und im Rahmen unserer Lehrgänge bereits seit Anfang 2001 erfolgreich angewandt. Melba (Merkmalprofile zur Eingliederung Leistungsgewandelter und Behinderter in Arbeit) ist ein Instrument zur Beruflichen Rehabilitation und Integration. Einerseits werden die Fähigkeiten eines Klienten und andererseits die Anforderungen einer Tätigkeit dokumentiert. Dazu stellt das Verfahren ein Fähigkeits- und ein Anforderungsprofil bereit, in dem verschiedene Merkmale (z.B. Kognitive Merkmale- Arbeitsplanung etc.) erfasst werden. Der Vergleich dieser beider Profile ermöglicht eine passgenaue Platzierung. Diese Methode wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit durch die Universität Hagen entwickelt und wird gerade im Bereich der Benachteiligtenförderung bzw. der Behindertenhilfe angewendet.

Die Ergebnisse dieses Assessments dienen einerseits der individuellen Förderplanung, andererseits werden hierauf aufbauend die anschließenden Qualifizierungseinheiten in Gruppenform konzipiert. Die Themen dieser Qualifizierungseinheiten sind abhängig von den Ergebnissen des Assessment und umfassen Themen, wie Kommunikationstraining, Selbstsicherheitstraining, Sozialer Trainingskurs, EDV-Kurs, Werkstattprojekte etc.

Zum Ende des neunten Schuljahres findet eine Wiederholung des Assessments statt. Dieses ist notwendig, um die Lernerfolge des Schuljahres inklusive der Qualifizierungsmodule überprüfen und in die weitere Förderung mit einbeziehen zu können.
Die so gewonnenen beruflichen persönlichen Profile werden mit möglichen Berufsprofilen abgeglichen, so dass eine passgenaue Bewerbung der Teilnehmer erfolgen kann.
Hieran anschließend findet ein Bewerbungstraining statt.

Schwerpunkt der Arbeit mit den SchülerInnen in der zehnten Klasse:

Ein Schwerpunkt während des letzten Schuljahres (in der Regel im zehnten Schuljahr, bei überalterten Schülern im neunten oder auch achten Schuljahr) steht die Vermittlung in eine berufliche Perspektive. Oberstes Ziel ist hier die Vermittlung eines Ausbildungsplatzes in der freien Wirtschaft. Wir unterstützen die Jugendlichen bei der aktiven Bewerbung. Hier kommen uns unsere Betriebskontakte zu Gute. Bei den Jugendlichen, die nach Abschluss der Schulzeit aufgrund fehlender Ausbildungs- bzw. Berufsreife noch nicht in der Lage sind eine Ausbildung auf dem freien Arbeitsmarkt aufzunehmen, ist es unsere Aufgabe, eine passgenaue Förderung zu vermitteln. Hier kommt uns unsere langjährige Erfahrung in diesem Bereich zu Gute. Kooperationsbeziehungen zu den Trägern der Jugendberufshilfe, dem Berufskolleg sowie der Berufsberatung müssen nicht erst aufgebaut werden sondern sind vorhanden. So stehen wir nicht nur durch unsere eigenen Tätigkeiten in informellen und formellen Kontakt zu anderen Trägern und Institutionen sondern sind auch in allen wichtigen Gremien der Region vertreten.
Dieses bietet optimale Voraussetzungen für eine passgenaue Hilfestellung für jeden einzelnen Jugendlichen.
 

Projektbeschreibung

Eines der zentralen Anliegen unserer Zeit ist die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Ebenso gilt es Benachteiligungen von Jugendlichen/jungen Erwachsenen jeglicher Form entgegenzuwirken und abzubauen. Die Wichtigkeit dieses Anliegens ist von der Gesellschaft erkannt worden. Zukunft zu gestalten und allen Gruppen ein perspektivorientiertes Leben bieten zu können, sollte eine zentrale Aufgabe unserer Gesellschaft sein. Um hier möglichst frühzeitig Hilfestellungen anbieten zu können, ist es dringend notwendig, bereits vor Eintritt in das Berufsleben, also bereits während der Pflichtschulzeit, Hilfen anzubieten. Hierdurch können Vermittlungshemmnisse frühzeitig abgebaut, realistische Berufsbilder entwickelt und somit Ausbildungsabbrüche verhindert sowie weiterführende Hilfestellungen frühzeitig und passgenau installiert werden. Daher zielt unser Projekt auf den Aufbau einer ausbildungsorientierten Schulsozialarbeit.

Während in städtischen Ballungsgebieten die Schulsozialarbeit bereits weit verbreitet ist, gibt es im Kreis Borken nur an wenigen Schulen diese Form der Hilfen. Eine institutionalisierte Form der ausbildungsorientierten Schulsozialarbeit ist nicht vorhanden. Dieser Bedarf wurde auch von Seiten des Kreises im Rahmen der Jugendhilfeplanung festgestellt.

Daher planen wir den Aufbau einer ausbildungsorientierten Schulsozialarbeit mit dem besonderen Schwerpunkt des zielgruppenspezifischen Assessments.

Umsetzung

Laufzeit des Projektes: 01.02.2004 – 31.05.2006

Grundsätzlich arbeiten wir mit allen SchülerInnen der achten bis zehnten Klasse zusammen. Dieses ist zum einen in der Anfangsphase schon deshalb notwendig, damit wir uns ein eigenes Bild von den Fähigkeiten jedes einzelnen Schülers erstellen können und uns nicht ausschließlich auf Zeugnisse verlassen müssen. Auch beugt dieser Ansatz einer Stigmatisierung oder sogar den Eindruck einer „Bevorzugung“ benachteiligter SchülerInnen vor. In der konkreten Arbeit bedeutet dieses, das es Teilmodule gibt, an denen alle SchülerInnen teilnehmen. Dieses sind die Module, die im gesamten Klassenverband durchgeführt werden, sowie einige Projektangebote, die am Nachmittag oder auch in den Ferien durchgeführt werden. Auch die erste Phase des Assessment - Centers wird mit allen SchülerInnen durchgeführt. Die hierauf aufbauenden Förderinstrumente wie Qualifizierungsbausteine, individueller Förderplan, begleitete Praktika , Zweites Assessment zur Überprüfung der Lernerfolge sowie die aktive Unterstützung bei der Vermittlung stehen den SchülerInnen zur Verfügung, bei denen ein besonderer Förderbedarf festgestellt wurde.

Schwerpunkte der Arbeit mit den SchülerInnen der achten Klasse ( ca. 180 SchülerInnen) :

Um einen ersten Zugang zu allen Schülerinnen und Schülern zu bekommen, gehen die Fachkräfte direkt in die Schulklassen und stellen sich und ihre Arbeit vor. Im Laufe der drei Schuljahre werden verschiedene ausbildungsbezogene Unterrichtseinheiten schuljahrspezifisch durchgeführt. Schwerpunkt im achten Schuljahr ist hier eine detaillierte Berufskunde, um den Schülern einen Einblick auch über weniger populäre Berufe zu vermitteln. Diese Berufskunde schließt auch Betriebsbesichtigungen und Betriebserkundungen ein. Im Bereich der Kompetenzentwicklung liegt der Schwerpunkt der Arbeit im achten Schuljahr im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, also noch nicht im berufsspezifischen Bereich.
Hier bietet sich u.a. das Psychodrama als aktionsorientierte Methode an.
Das Psychodrama kann dabei helfen, durch eigenes Handeln sich selbst und andere besser kennen zu lernen und darüber hinaus neue Sichtweisen und Problemlösungen auszuprobieren. Durch das unmittelbare Erleben in der aktuellen Situation können z.B. Gefühle, Wünsche, Erwartungen, Befürchtungen usw. benannt und damit zugänglich gemacht werden. Es geht hierbei um das Bewusst machen und Bewusstwerden von Verhaltensweisen und Gefühlen als Voraussetzung für Veränderung und persönliche Entwicklung.

Schwerpunkt der Arbeit mit den SchülerInnen der neunten Klasse (170 SchülerInnen):

Assessment - Center

Entscheidungen im Übergang Schule – Beruf bilden einen Wegweiser für das gesamte spätere Leben. Fehlentscheidungen in dieser Phase sind nur noch sehr schwer zu korrigieren. Daher kommt es gerade in der Arbeit mit benachteiligten SchülerInnen zu diesem Zeitpunkt darauf an, eine fundierte berufliche Orientierung mit einer professionellen und zielgruppenspezifischen Förderdiagnostik zu verbinden.
Hier bedienen wir uns des Instrumentes Assessment.
Dieses Verfahren wurde von uns in den vergangenen Jahren auf Grundlage von „MELBA“ entwickelt und auf die Zielgruppe der schwervermittelbaren Jugendlichen und jungen Erwachsenen spezialisiert und im Rahmen unserer Lehrgänge bereits seit Anfang 2001 erfolgreich angewandt.
Alle Mitarbeiter, die in diesem Bereich tätig sind, haben eine zertifizierte Assessment-Ausbildung absolviert.

In diesem aktions- und anwendungsorientierten Verfahren haben die SchülerInnen die Aufgabe, systematisch zusammengestellte Aufträge aus unterschiedlichen Fähigkeitsbereichen zu bearbeiten. Die Ausführung der Aufträge soll sie dabei unterstützen, ihre Fähigkeitspotentiale in einzelnen Bereichen zu erfahren und den Tätigkeitsbereich zu entdecken, der ihnen am besten liegt.

Während der Ausführung der Aufträge werden die SchülerInnen von speziell hierfür geschulten BeobachterInnen anhand systematisch erarbeiteter Kriterien beobachtet. Die Verhaltensbeobachtung dient als Grundlage für die anschließende Einschätzung und Bewertung der Fähigkeiten der SchülerInnen. Ein Abgleich zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung ist durch eine regelmäßig erfolgende Rückmeldung der BeobachterInnen gewährleistet. Die Transparenz stellt somit ein wichtiges Qualitätsmerkmal dar.

Die Fähigkeitsanalyse im Assessment - Center ist in folgende Module unterteilt:

Einführungsmodul
Hier lernen die SchülerInnen die Form der Aufträge sowie die Grundstrukturen des Assessment - Centers kennen. Dies beinhaltet u.a. die Rolle der AssessorInnen, Funktion und Art der Aufgaben, Wahl der Arbeitsweisen, Auseinandersetzung mit den eigenen Fähigkeiten durch Selbst- und Fremdeinschätzung.

Modul: Kommunikation
Dieses Modul umfasst nicht nur das Sprechen, sondern auch die übrigen Voraussetzungen von Kommunikation: das Lesen, das Hören und das Schreiben. Auch das „Zuhören“ sowie die nonverbale Kommunikation werden berücksichtigt. Charakteristische Arbeitsaufträge in diesem Modul sind Rollenspiele, Diskussionen, Simulationen beruflicher Alltagssituationen etc.

Modul: Soziale Fähigkeiten
In von der Gruppe zu bearbeitenden Aufträgen wird hier vor allem die Fähigkeit beobachtet, im Team zu arbeiten. Es beinhaltet verbale, nonverbale und materiell-gegenständliche Aufträge. Kontaktfähigkeit spielt hier eine ebenso große Rolle wie Initiative und Kompromissbereitschaft. Gruppenaufträge, Verhandlungssituationen und gemeinsame
Konstruktionsübungen usw. sind in diesem Bereich charakteristisch.

Modul: Psychomotorische Fähigkeiten
In diesem Modul werden insbesondere handwerklich-praktische Aufträge bearbeitet. Zusätzlich werden sowohl das Arbeitstempo als auch Sorgfalt und Genauigkeit der auszuführenden Arbeiten berücksichtigt. Typische Aufträge in diesem Modul sind Gestaltungsaufträge mit verschiedenen Materialien (Papier, Holz, etc.).

Modul: Kognitive Fähigkeiten
Hier werden Aufträge bearbeitet, in denen es um das erfassen logischer Zusammenhänge geht. Diese müssen erkannt und in aktives Handeln umgesetzt werden. Zusätzlich sind Aufträge enthalten, in denen es um das Erfassen von Arbeitsplänen sowie die Umsetzung dieser Pläne geht. Typische Aufträge in diesem Bereich sind so genannte "Logicals", die systematische Anordnung von geometrischen Figuren sowie Logik-Tests (sinnvolle Ergänzung von Abbildungsreihen).

Zusätzlich werden in den einzelnen Modulen durchgängig Merkmale zur Arbeitsausführung wie beispielsweise Motivation oder Flexibilität beobachtet.

Um die qualifizierte Weiterentwicklung unseres AC-Angebotes zu ergänzen, arbeitet die DRK Soziale Arbeit und Bildung gGmbH Borken mit dem „Institut für Maßnahmen zur Förderung der beruflichen und sozialen Eingliederung e.V.“ (IMBSE)) in Moers zusammen.
Das IMBSE wird in den nächsten zwei Jahren das von ihm entwickelte AC - Verfahren „Start“ dahingehend modifizieren, dass es speziell für den Einsatz in allgemein bildenden Schulen nutzbar wird. Diese zielgruppenspezifische Neuentwicklung eines flexiblen Instruments („Koffer“) wollen wir sukzessive in unser AC-Angebot integrieren. Hierzu soll das IMBSE uns seine diesbezüglichen Materialien zur Verfügung stellen und unsere ProjektmitarbeiterInnen in Form einer Multiplikatorenschulung in das Instrument einweisen.

Die Ergebnisse dieses Assessments dienen einerseits der individuellen Förderplanung, andererseits werden hierauf aufbauend die anschließenden Qualifizierungseinheiten in Gruppenform konzipiert. Die Themen dieser Qualifizierungseinheiten sind abhängig von den Ergebnissen des Assessment und umfassen Themen, wie Kommunikationstraining, Selbstsicherheitstraining, Sozialer Trainingskurs, EDV-Kurs, Werkstattprojekte etc.

(Ende des neunten Schuljahres)

Zum Ende des neunten Schuljahres findet eine Wiederholung des Assessments statt. Dieses ist notwendig, um die Lernerfolge des Schuljahres inklusive der Qualifizierungsmodule überprüfen und in die weitere Förderung mit einbeziehen zu können.
Hieran anschließend findet ein Bewerbungstraining statt.
Die so gewonnenen beruflichen persönlichen Profile werden mit möglichen Berufsprofilen abgeglichen, so dass eine passgenaue Bewerbung der Teilnehmer erfolgen kann.
Für eine erfolgreiche Vermittlung ist die Bewerbung ein wichtiger Bestandteil. Qualifizierungsmodule sind hier:

* Kommunikation
* Stellensuche (Zeitung, SIS, Internet etc.)
* Bewerbung
* schriftlich
* mündlich/telefonisch
* Unterlagen
* Vorstellungsgespräch
* Verhalten gegenüber Kunden
* Serviceleistungen für den Kunden
* Aktive Stellensuche

Individuelle Förderpläne:

Neben dem Assessment bilden die bereits erwähnten individuellen Förderpläne einen weiteren Schwerpunkt unserer Arbeit. Diese werden mit jedem Schüler, bei dem ein besonderer Förderbedarf festgestellt wurde, erstellt und im Laufe des Jahres fortgeschrieben.

Im Rahmen unseres Projektvorhabens wollen wir, unter Einbeziehung der Assessment - Ergebnisse, mit dem „Förderplan Berufliche Integration“, arbeiten, der im Projekt „BiZEbS – Beruf im Zentrum – Eingliederung benachteiligter Schülerinnen und Schüler“ entwickelt wurde. Hier handelt es sich um ein Projekt, welches von der Universität Bielefeld, der Fachhochschule Bielefeld und dem Gildenhaus Institut durchgeführt wird und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW und dem Europäischen Sozialfonds gefördert wird. Dieser Förderplan wurde speziell für benachteiligte Gruppen in Sonderschulen entwickelt und bietet aus unserer Sicht eine gute Grundlage für die Entwicklung eines Förderplanes im Rahmen unseres Projektes. In diesem Förderplan werden nicht nur Ziele formuliert, sondern die konkreten Arbeitsschritte mit „Hausaufgaben“ für Jugendliche und Betreuer immer wieder neu festgelegt und überprüft. Diese Form der Zusammenarbeit setzt also eine aktive Mitarbeit der Jugendlichen voraus. Aufgabe unserer Mitarbeiter ist es demnach, gerade die Benachteiligten Jugendlichen zu dieser Zusammenarbeit zu motivieren.

Bei SchülerInnen, die hier durch massive Probleme, z.B. strikter Schulverweigerung auffallen, wird überprüft inwiefern eine Förderung außerhalb der Regelbeschulung notwendig ist. Hier stehen wir beispielsweise in enger Kooperation mit den Trägern des Kreises, die hierfür spezielle Angebote vorhalten.
An dieser Stelle ist jedoch auch noch einmal zu erwähnen, dass es unser Ziel ist, die Schüler zu motivieren, auch nach Erreichen ihrer Pflichtschulzeit im Schulsystem zu verbleiben und die Möglichkeiten, die sich durch unser Projekt bieten, zu nutzen.

Praktika:

Praktika sind eine gute Möglichkeit um zu überprüfen, inwieweit Berufswünsche und Vorstellungen mit der Realität übereinstimmen. Das Problem bei Praktika innerhalb der Schulzeit ist jedoch, dass hier die zeitlichen Ressourcen nicht ausreichen, um eine gezielte Vorbereitung und Begleitung durchführen zu können. Das hat zur Folge, dass die Jugendlichen oftmals in Bereichen
ein Praktikum absolvieren, für die sie bei näherer Betrachtung völlig ungeeignet sind. Nach Abschluss des Praktikums kommen sie Günstigenfalls zu eben dieser Erkenntnis. Ohne professionelle Reflektion halten die Jugendlichen selbst nach Abschluss des Praktikums an Ihrem „Traumberuf“ fest. Andere absolvieren ihr Praktikum in Mangel an Alternativen in Bereichen, in denen ein Praktikum von vorne herein völlig ungeeignet ist(beim Krämerladen „um die Ecke“, mit Tätigkeiten wie packen und sortieren).

Diese Praktika werden im Rahmen unseres Projektes vorbereitet und begleitet. Da bereits im Vorfeld durch die bereits erwähnten Module wie Assessment und individuelle Förderplanung mit den Jugendlichen zusammengearbeitet wurde, können die Praktikumsplätze gezielt auf die Profile der einzelnen Jugendlichen abgestimmt werden. Während der Praktika werden Sie von unseren Fachkräften begleitet und betreut so dass nicht nur die Praktikanten eine/n Ansprechpartner/in haben, auch die Arbeitgeber haben einen professionellen Ansprechpartner, der mit Ihnen zusammenarbeitet und bei auftauchenden Problemen zu Verfügung steht. Nach Abschluss des Praktikums findet eine gezielte Auswertung statt; Stärken und Schwächen des Jugendlichen werden analysiert, eine Eignung für den im Praktikum gewählten Beruf wird überprüft.

Schwerpunkt der Arbeit mit den SchülerInnen in der zehnten Klasse (180 SchülerInnen:

Vermittlung:

Ein Schwerpunkt während des letzten Schuljahres (in der Regel im zehnten Schuljahr, bei überalterten Schülern im neunten oder auch achten Schuljahr) steht die Vermittlung in eine berufliche Perspektive. Oberstes Ziel ist hier die Vermittlung eines Ausbildungsplatzes in der freien Wirtschaft. Hier stehen wir im Rahmen der Praktika und des Bewerbungstraining zur Verfügung. (Das Bewerbungstraining soll allen SchülerInnen der zehnten Klasse angeboten werden). Zusätzlich unterstützen wir die Jugendlichen jedoch auch bei der aktiven Bewerbung. Hier kommt uns unsere eigene Betriebsbörse zu Gute. Diese Betriebsbörse besteht aus einer EDV - gestützten Datenbank, in der die Firmen geführt werden, mit denen wir in den vergangenen Jahren zusammengearbeitet haben. Circa 500 Betriebe wurden hier von uns zwischenzeitlich aufgenommen und ausgewertet. Neben statistischen Daten, wie die Größe des Betriebes, werden hier auch die Erfahrungen im Umgang mit unserer Zielgruppe dokumentiert. Hierdurch ist eine passgenaue Vermittlung möglich. Ausbildungsabbrüche aufgrund von fehlender Eignung des Jugendlichen für den einzelnen Betrieb werden hierdurch minimiert. Auch der persönliche Kontakt unserer Mitarbeiter/innen mit den Betriebsinhabern kommt einer Vermittlung zu Gute. Auf diesen persönlichen Kontakt können sowohl die Jugendlichen als auch die Betriebsinhaber auch nach einer Vermittlung zurückgreifen. Das bedeutet, daß wir auch nach Aufnahme einer Ausbildungsstelle,
beispielsweise in Krisensituationen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Bei den Jugendlichen, die nach Abschluss der Schulzeit noch nicht in der Lage sind eine Ausbildung auf dem freien Arbeitsmarkt aufzunehmen, ist es unsere Aufgabe, eine passgenaue Förderung zu vermitteln. Hier kommt uns unsere langjährige Erfahrung in diesem Bereich zu Gute. Kooperationsbeziehungen zu den Trägern der Jugendberufshilfe, dem Berufskolleg sowie der Berufsberatung müssen nicht erst aufgebaut werden sondern sind vorhanden. So stehen wir nicht nur durch unsere eigenen Tätigkeiten in informellen und formellen Kontakt zu anderen Trägern und Institutionen sondern sind auch in allen wichtigen Gremien der Region vertreten.

Dieses bietet optimale Voraussetzungen für eine passgenaue Hilfestellung für jeden einzelnen Jugendlichen.


Überalterte Schüler/innen

Sowohl von Seiten der Schulaufsichtsbehörde als auch von Seiten der Schule wurde noch einmal auf das Problem der überalterten Schüler hingewiesen. Es handelt sich hier um Schüler, die aufgrund von wiederholten Schuljahren bereits mit Ende des achten oder neunten Schuljahres ihre Schulpflicht erfüllt haben.
Diese Schülergruppe wird durch die regulären Bemühungen der Schule hinsichtlich der beruflichen Orientierung nicht ausreichend erreicht. So durchlaufen beispielsweise die Schüler der neunten Klasse ein berufliches Praktikum. Zu diesem Zeitpunkt sind die überalterten Schüler bereits aus der Schule entlassen bzw. stehen unmittelbar vor dem Schulaustritt, hätten dementsprechend bereits ein Jahr zuvor ein Praktikum absolvieren müssen. Um gerade auch diese Gruppe der Benachteiligten erreichen zu können, setzen wir in Einzelfällen auch schon vor dem achten Schuljahr mit unseren Angeboten an.
Unser Ziel bei diesen überalterten Schülern ist es, sie zu motivieren nicht schon mit Beendigung ihrer Schulpflicht die Schule zu verlassen, sondern bis zum Erreichen des Abschlusses die Schule zu besuchen. In den Fällen, wo uns dieses nicht gelingt, sind wir selbstverständlich trotzdem um eine adäquate Vermittlung bemüht.



 

 


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